Wird Putin jemals das Büro verlassen?

Wird Putin jemals sein Büro verlassen?

In Russland werden 2018 Wahlen stattfinden, und die große Frage ist, ob der derzeitige Präsident Wladimir Putin zum vierten Mal in Folge regieren wird. Es ist eine ernste Frage mit geopolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Wenn Putin läuft und gewinnt, was an dieser Stelle wahrscheinlich ist, bedeutet das, dass er 24 Jahre lang die Kontrolle über eines der einflussreichsten Länder der Welt gehabt haben wird. Genau so lange regierte Josef Stalin die UdSSR. 24 Jahre umfasst sechs Amtszeiten des Präsidenten in den Vereinigten Staaten.

Es ist schwierig, sich ein Russland ohne Wladimir Putin vorzustellen, vor allem angesichts seiner Erfolgsbilanz bei der Konzentration und der Machtübernahme. Selbst wenn Putin offiziell den Titel eines russischen Präsidenten verliert, scheint die politische Infrastruktur fest in seiner Gewalt zu liegen.

Die Macht Putins Putins

Putins Herrschaft war eine Zeit des wirtschaftlichen Fortschritts, gefolgt von Rezession, sozialen Unruhen, Militäraktionen und, vielleicht mehr als alles andere, politischen Machtzügen. Russland, eine einst so stolze Nation, war in Scherben, als Ex-KGB-Premier Wladimir Putin im Jahr 2000 sein Amt antrat. Bei den Wahlen 2000 und 2004 wurde Putin trotz weit verbreiteter Vorwürfe der Wahlfälschung auf vier Jahre gewählt.

Die russische Verfassung verbot Putin, wie die US-Verfassung, eine dritte Amtszeit. Während seiner letzten Tage als Präsident haben Putin und seine Clique die regionalen Mächte neu ausgerichtet, um russische Gouverneure mehr dem Premierminister als dem Präsidenten zu unterstellen. Am 8. Mai 2008 wurde Putin zum Premierminister Russlands ernannt, der seit November 2015 die führende Machtposition in Russland innehat.

Während die beiden Präsidentschaftskandidaten für Putin von robustem Wirtschaftswachstum und steigendem Lebensstandard geprägt waren, traf die große Rezession Russland sehr hart. Der zweite Premierminister von Putin, von 2008 bis 2012, war wesentlich volatiler, mit steigender Arbeitslosigkeit und hoher Inflation. Im Jahr 2008 drang Russland in das benachbarte Georgien ein.

Im September 2011 schlug der damalige Präsident Dmitri Medwedew vor, Putin erneut zum Präsidenten zu machen. Putin nahm das Angebot an und wurde 2012 trotz heftiger Proteste zu einer nunmehr legalen dritten Präsidentschaftswahl gewählt. Darüber hinaus wurden Gesetze geändert, um die Amtszeit des Präsidenten von vier auf sechs Jahre zu verlängern. Putin hat öffentlich erklärt, dass er nicht lebenslänglich Präsident bleiben wird und behauptet, er werde zurücktreten, wie es die russische Verfassung verlangt, ein Versprechen, das er zuvor gebrochen hat.

Putins politische Dominanz: Sind die Wahlen wichtig?

Die politische Zusammensetzung Russlands ist mehr europäisch als amerikanisch, was bedeutet, dass es viele Parteien und eine zersplitterte Wählerschaft gibt. Diese ideologische Vielfalt hat nicht zu einer Vielfalt politischer Ämter geführt. Putins Partei "Einiges Russland" gewann im September 2015 alle 21 russischen Gouverneursrassen und 11 regionale Parlamentswahlen.

Anfang des Jahres wurde einer der politischen Hauptgegner Putins, Boris Nemzow, in der Nähe des Kremls ermordet. Nemzow war eine populäre Figur unter den Putin-Russen mit dem Streben nach einem höheren Amt und trug wesentlich dazu bei, der russischen Wirtschaft kapitalistische Elemente zu verleihen. Es wirft eine wichtige Frage auf: Sind die Wahlen in Russland überhaupt von Bedeutung? Putins Herrschaft über die politische Szene, die aus einer Kontrolle von anderthalb Jahrzehnten herrührt, ist für die Amerikaner schwer zu verstehen.

Putin Putin Russland

Putin scheint in Russland eine beliebte Persönlichkeit zu sein. Meinungsumfragen im Jahr 2015 gaben seine Zustimmung über 80%, obwohl die Umfragen über das Telefon genommen wurden und viele russische Analysten anerkennen, dass russische Bürger sehr zögerlich sind, Anti-Putin-Stimmung offen auszudrücken. Wenn Putin 2018 läuft und gewinnt und es wenig Grund gibt, sich das vorzustellen, würde er seine vierte Amtszeit im Alter von 72 Jahren beenden. Schließlich wird ein anderer Politiker namens "Putin" die russische Regierung leiten.

Einige Spekulanten vermuten, dass nur ein radikal antiputinischer und pro-westlicher Politiker eine nationale Wahl gewinnen würde. Daher ist es möglich, dass weitere Änderungen an der russischen Verfassung vorgenommen werden, die es einem Putin-Leutnant erlauben, die Kontrolle zu übernehmen. Natürlich werden die politischen Ambitionen Putins vor 2018 abgeschnitten, wenn die russische Wirtschaft ins Trudeln geraten ist und die Aussichten auf Konflikte in Syrien und der Ukraine zu stärkeren Sanktionen aus Europa und den USA führen.