Wie kann ein Unternehmen mit einem positiven Endergebnis riskanter sein als ein Unternehmen mit einem negativen Endergebnis?

Wie kann ein Unternehmen mit einem positiven Endergebnis riskanter sein als ein Unternehmen mit einem negativen Endergebnis?
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Nettogewinne sind ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung der Finanzlage. Das Endergebnis eines Unternehmens misst die Fähigkeit, sich zu erhalten und zukünftige Operationen zu finanzieren. Es gibt jedoch andere Aspekte, die bei der Durchführung der Fundamentalanalyse Aufmerksamkeit erfordern. Ohne ausreichende Cashflows und Liquidität reicht die bloße Rentabilität nicht aus, um das Risiko für Investoren auszuschalten. Umgekehrt sind vielversprechende Wachstumsunternehmen mit starken Bilanzen und prognostizierten Cashflows nicht unbedingt risikoreiche Anlagen, auch wenn sie derzeit einen Nettoverlust aufweisen.

Um das Risiko einer Anlage durch Fundamentalanalyse zu bestimmen, sollten Anleger die Bilanz sorgfältig prüfen. Die Kapitalstruktur ist extrem wichtig. Überschuldung kann sich negativ auf das zukünftige Geschäft auswirken. Eine hohe Verschuldung kann die Kosten für künftige Kredite erhöhen und das künftige Wachstum behindern. Die meisten Formen von Unternehmensanleihen haben strenge Rückzahlungsbedingungen, und Stammaktionäre sind im Falle einer Insolvenz die am wenigsten wichtigen Stakeholder für die Rückzahlung. Anleger sollten auch sicher sein, dass die kurzfristigen Vermögenswerte ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Das aktuelle Verhältnis und das schnelle Verhältnis sind nützliche Instrumente zur Liquiditätsbewertung.

Die Cashflow-Analyse ist auch für die Risikobewertung von wesentlicher Bedeutung. Ein profitables Unternehmen kann negative Cashflows aus dem operativen Geschäft haben, wenn das Management von Betriebskapital schlecht ist. Einige Geschäfte erfordern beträchtliche regelmäßige Kapitalausgaben, um Betriebe aufrechtzuerhalten. Wenn die Cashflows aus der Geschäftstätigkeit nicht ausreichen, um die Investitionen zu finanzieren, wäre der Free Cashflow trotz des positiven Nettoergebnisses negativ. Besonders beängstigend wäre dieses Szenario für ein produzierendes oder industrielles Unternehmen.

Anleger sollten sich auch über nicht wiederkehrende Posten wie Wertminderung von Vermögenswerten oder Restrukturierungsaufwendungen bewusst sein. Einmalkosten sind in der Regel negative Entwicklungen, obwohl das Nettoeinkommen in diesen Zeiträumen möglicherweise kein Risiko für die Zukunft darstellt. Ein gut kapitalisiertes Unternehmen mit angemessenen Cashflows und einem prognostizierten zukünftigen Gewinnwachstum kann trotz vorübergehendem negativem Nettoeinkommen eine Anlage mit relativ geringem Risiko darstellen.